30 Stunden Runder Tisch: So geht’s | Doku (2021)

Am 25./26. Juni 2021 haben wir auf dem Leipziger Marktplatz mit allen vereinten Kräften 30 Stunden lang (!) öffentlich Texte der DDR-Frauenbewegung aus den Jahren 89/90 verlesen. Seitenweise Texte, die die Welt hören muss, seitenweise Texte, die wir in unserem extra dafür zusammengestellten Archiv arrangiert haben.

Manche von Euch waren zufällig da, manche kamen absichtsvoll. Die einen waren tief berührt, andere verstört, wieder andere hatten leicht einen sitzen. Die einen saßen weit weg vor’m Radio, hatten das Gefühl, ganz nah dran zu sein, hörten geduldig zu. Andere blieben auf Distanz, egal wo. Die einen brachten Frühstück, die anderen reisten extra an, noch andere hielten sich für die Nacht bereit. Manche liebten das Mikro, andere trauten sich nur mit Unterstützung ran, wieder andere wollten unbedingt sofort das Wort ergreifen. Dieses langanhaltende gemeinsame Verlesen, Erinnern, Zuhören, Wiederholen, Zerlegen, Befragen und Besingen erzeugte einen Zustand von Unwirklichkeit, den wir nicht missen möchten.
Und für den wir (Euch) dankbar sind!

Die Zukunft is unwritten, wie immer. Aber sie holt sich ALLES aus der Vergangenheit. Deshalb müssen die guten Geschichten immer und immer wieder erzählt werden!
Mit unserer Dokumentation haben wir nun eine „Anleitung“ geschaffen, wie 30 Stunden Runder Tisch geht. Oder gehen könnte. Wir weisen darauf hin, dass die Gestaltungsmöglichkeiten vielfältig(er) sind.
Und geben den Staffelstab hiermit feierlich an Euch weiter.

Mit der Aufforderung:
Macht es bitte selbst!
Wo immer Ihr seid. Egal, wie viele.

 

Wir danken: Nancy Aris, Ute Bretschneider, Constanze Burger, Marcus Büttner, Jeffrey Döring, Verena Engelmann, Thomas Engler, Christiane Gundlach, Hilmar, Lara Janssen, Bärbel Klässner, Antje Mai, Alexander Olchawa, Mrs. Pepstein, Christine Rietzke, Anne Richter, Katrin Rohnstock, Annika Schäfer, André Schneider, Dietlind Starke, Stine Starke, Sabine Teske, Radio Blau, Kante Film, Frauenkultur Leipzig e.V., feministische Bibliothek MONAliesA, Robert Havemann Gesellschaft, Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, allen Verleser*innen.